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Hochprozentiges für die Hölderlingeburtsstadt - Aus: Bildband »Zabergäu – Kunst, Kultur und Kulinaria«

Was haben Wacholder und Holunder mit Friedrich Hölderlin zu tun? Die Antwort findet man in Lauffen am Neckar. Im Geburtsort des Dichters wollte Bürgermeister Klaus  Waldenberger einmal etwas machen, das nichts mit Wein zu tun hat, für den das Städtchen ebenfalls bekannt ist.
Mit dem Fachwissen von Erich Vögele, dem Seniorchef der gleichnamigen ortsansässigen Firma und dem Edelbrenner Heinrich Schiefer gemeinsam ist den drei Herren ein kristallklares Naturprodukt gelungen, das Können und Genuss auf ganz eigene Weise verbindet. „Gin Heinrich“ ist dem  Vater des Dichters gewidmet, der in Lauffen als Gutshofverwalter gearbeitet hat. Der Dichter selbst hat mit vier Jahren seine Geburtsstadt verlassen, deshalb hat man das hochprozentige Getränk nach dem Vater benannt.

„Geschmack und Geruch kann man trainieren“, weiß der Fachmann Erich Vögele. Im Herzstück des Familienbetriebes, dem Labor, stehen unzählige braune, mit Glaspfropfen versehene Flaschen – korrekt beschriftet –, deren Inhalte nach Früchten, Kräutern oder Gewürzen duften. Daraus werden mehr als 3500 Produkte hergestellt. Mehr als 10 000 Rezepturen sind in der Firma gespeichert, die inzwischen in vierter Generation von Sohn Bertram Vögele geführt wird. Trotzdem ist „Gin Heinrich“ zu einhundert Prozent ein Naturprodukt – getreu dem Firmenmotto: „Nachhaltig ist nur, was nachwächst.“
Mitten in der Altstadt hat Heinrich Schiefer sein Refugium, seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit Bränden. In seiner Edelbrennerei entstehen nicht nur Kräuterliköre, ein Zigarrenbrand oder eben „Gin Heinrich“, neuerdings stellt Familie Schiefer auch Johannisbeersirup oder lecker-fruchtiges Johannisbeer-Saftschorle her.

„Ich wollte einfach mal etwas ausprobieren und war überrascht, wie gut Sirup oder Saftschorle von den Kunden angenommen werden“, so Schiefer. Rund sechs Stunden dauert der Destillationsvorgang, bis „Gin Heinrich“ so weit ist, in die von der ortsansässigen Kalligrafin Silke Schlaier gestalteten Halbliterflaschen abgefüllt zu werden. Getrunken wird „Gin Heinrich“ entweder pur oder mit zwei Dritteln Tonic und Eiswürfeln als Gin Tonic.