Zweckverband für gemeindeübergreifende Zusammenarbeit besteht 50 Jahre

Am 18. April 1971 begann die Geschichte der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Industrieansiedlung, Gebietsmanagement und Tourismusförderung im Zabergäu. Die Liste der heute ansässigen Firmen reicht vom einfachen Handwerksbetrieb bis zu weltweit agierenden Unternehmen, wie Daikin (im Zabergäu, einst Rotex).

Im aktuellen Plangebiet Langwiesen IV bekommt auch Gerüsthersteller Layher eine größere zusätzliche Gewerbefläche. Mit dem von der Firma Schunk übernommenen Unternehmen Eberhard Werkzeugbau und Taxis Baustoffe, Fliesen und Haustechnik haben sich weitere Unternehmen etabliert.

Betrieben wurde der Verband einst von 18 Gemeinden, die jedoch durch die Verwaltungsreform und die daraus resultierten Eingemeindungen nur noch aus den sechs Gemeinden Brackenheim, Cleebronn, Güglingen, Nordheim, Pfaffenhofen, Zaberfeld und deren Teilorten bestehen. Das Gebiet verteilt sich auf Flächen von Brackenheim-Botenheim, Güglingen-Frauenzimmern und Cleebronn.

Ziel von Herta Thiele als Leiterin der Kreisplanungsstelle beim Landratsamt Heilbronn war es zu Beginn der 70er-Jahre, durch Initiative mit Landrat Otto Widmaier das damals konjunkturschwache Gebiet wirtschaftlich zu stärken. Auf dem Areal war beabsichtigt, in der landwirtschaftlich geprägten Raumschaft für die Interessen der Wirtschaft einzutreten. Eines war klar, man muss im Zabergäu strukturell etwas entwickeln. 

Immense Wirtschaftskraft mit etwa 600 Arbeitsplätzen
Profitiert hat in den 50er-Jahren nicht nur das Zabergäu. Entstand hier doch eine immense Wirtschaftskraft und inzwischen etwa 600 Arbeitsplätze. Aber auch den mehr als 40 Betrieben, die nach und nach eingezogen sind, kam der Standort nicht ungelegen, was sich auch darin zeigt, dass aktuell keine freien Flächen mehr vorhanden sind. Sie wurden zuletzt pro Quadratmeter für 95 Euro verkauft, wie der Verbandsvorsitzende, Brackenheims Bürgermeister Thomas Csaszar, mitteilt.

2006 wurde auf dem heute 73 Hektar großen Gewerbegebiet ein Retentions-Bodenfilter mit vorgeschaltetem Regenrückhaltebecken bei der damals neu errichteten Zaberbrücke für 650 000 Euro gebaut. 

Als weiterer Abschnitt steht nun die Erweiterung des Plangebietes Langwiesen IV mit rund 10 Hektar Fläche an. Der Bebauungsplan wurde in der Verbandsversammlung diskutiert und liegt seit 25. Mai für 4 Wochen in den Rathäusern Brackenheim und Cleebronn aus. Die Fläche soll der Firma Layher zur Verfügung gestellt werden, da diese dringenst den Bau von weiteren Hallenflächen zur Produktion benötigt.

Alle artenschutzrechtlichen und verfahrenstechnischen Probleme sind zu lösen, meint der Verbandsvorsitzend, Bürgermeister Thomas Csaszar, wie die Heilbronner Stimme berichtete. Neben kleinen Änderungen im Plan- und Textteil des Bebauungsplanes wurden Ausgleichsmaßnahmen mit Blick auf die Ökobilanz des Bauvorhabens angepasst, informiert Csaszar. Die Renaturierung der Zaber und des Fürtlesbachs wurde überarbeitet. 

Der Firma Layher als Vorhabensträger war es hier besonders wichtig, eine werthaltige Ausgleichsmaßnahme am Standort zu realisieren und eine solche umzusetzen.

Ferner hat der Zweckverband bereits eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung beim Regierungspräsidium Stuttgart beantragt. Hintergrund: In unmittelbarer Nähe des Plangebietes befinden sich offenbar geeignete Ersatzlebensräume für die Wechselkröte, die hier heimisch ist.

Um den Satzungsbeschluss fassen zu können, ist es laut Csaszar notwendig, dass die Erteilung dieser Ausnahmegenehmigung zumindest in Aussicht gestellt ist. „Diese haben wir zwischenzeitlich dank einer zügigen Bearbeitung im Regierungspräsidium erhalten“, ergänzt Csaszar. Im Vorgriff seien bereits zwei Ersatzlaichgewässer angelegt worden. In Abstimmung mit den Naturschutzbehörden wurde ein Teil der Kröten-Population schon umgesiedelt.

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